Länderinformationen (Indien, Thailand, Kenia)



Karte Indien

Indien

Der Staat Indien umfasst den größten Teil des südasiatischen Subkontinents. Der Himalaya, das höchste Gebirge der Welt, bildet seine natürliche Nordgrenze, während der Süden vom Indischen Ozean umschlossen wird. Südlich an den Himalaya schließen sich die breiten, fruchtbaren Stromebenen der Flüsse Ganges (längster und bedeutendster Fluss Indiens) und Brahmaputra an.

Die Pflanzenwelt Indiens reicht von Hochgebirgsvegetation im Himalaya bis zu tropischen Regenwäldern im Süden. Inzwischen sind weite Teile der ursprünglichen Vegetationsdecke jedoch zerstört und durch Kulturlandschaften ersetzt. Der indische Subkontinent soll mitunter die artenreichste Tierwelt unserer Erde beherbergen. Ähnlich faszinierende Massenaufkommen von Tieren wie in den afrikanischen Nationalparks zu erleben, ist jedoch eher unwahrscheinlich, da selbst in den Schutzgebieten des dichtbevölkerten Landes nur geringe Populationen größerer Säugetiere überleben konnten. Zu lange waren diese der Jagdgier der Maharajas und ihrer Gäste, aber auch der Bevölkerung ausgesetzt.

Indien hat nicht nur eine unheimlich vielfältige Flora und Fauna, sondern ist auch durch eine Vielzahl verschiedener Religionen, Traditionen und Bräuche sowie Kulturen und Menschen geprägt. Die ethnische Vielfalt des Staats ist ohne weiteres mit der des gesamten europäischen Kontinents vergleichbar. Indien feiert sich außerdem – als zweitbevölkerungsreichstes Land nach China – als größte Demokratie der Welt. Der gewaltfreie Widerstand gegen die britische Kolonialherrschaft, vor allem unter Mahatma Gandhi und Jawaharlal Nehru, brachte 1947 die Unabhängigkeit. Der Subkontinent wurde in zwei Staaten aufgeteilt: den säkularen (Hindu-)Staat Indien und den kleineren, islamischen Staat Pakistan. 1971 führte nach zwei vorangegangenen Kriegen mit Pakistan ein dritter Krieg zur Abspaltung Ost-Pakistans und zur Gründung des neuen Staates Bangladesch. Seit der Unabhängigkeit ist das Kastensystem offiziell abgeschafft, behält aber im Bewusstsein der Menschen nach wie vor zentrale Bedeutung, auch wenn sich diese in moderneren Gebieten auf die Wahl des Hochzeitspartners beschränkt. Die Kasten lassen sich grob in vier varnas aufteilen: brahmanas (Priester), kshatriyas (Krieger), vaishyas (Bauern und Händler) und shudras (Arbeiter). Diese varnas teilen sich wiederum in Hunderte verschiedener jatis, oft lokal begrenzte Untergruppen der Kasten, auf. Außer- und unterhalb des Kastensystems stehen die Dalits, die sogenannten Unberührbaren, offiziell Harijans (Kinder Gottes).

 
Fläche:~3 290 000 km² (9 × die Größe von Deutschland)

Grenzländer: Bangladesch, Bhutan, Myanmar, China (Tibet), Nepal, Pakistan

Einwohner: ~1,2 Milliarden (etwa 14 × so viele wie Deutschland)

Hauptstadt: Neu-Delhi (~13,8 Mio. Einwohner; im Norden)

Amtssprache: Hindi, Englisch, 21 gleichberechtigte Regionalsprachen (Land mit den weltweit meisten Amtssprachen)

Staats-/Regierungsform: Parlamentarische Demokratie; Bundesstaat mit 28 Staaten und 6 Unions-Territorien

Bevölkerung: ~72 % Indo-Arier, ~25 % Draviden (hauptsächlich im Süden), ~3 % Mongolen und Andere

Religionen: ~80 % Hindus, ~13 % Moslems, ~2,3 % Christen, ~1,8 % Sikhs, ~2,5 % Buddhisten, Jainisten, Parsen und Andere

Klima: monsunabhängig (Juli–September), heiße Trockenzeit (April–Juni), in Nordindien stärkerer jahreszeitlicher Wechsel

Zeitzone: MEZ + 4,5 Stunden

 

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Karte Thailand

 

Thailand

Thailand bedeutet übersetzt »Land der Freien«. Der Name rührt daher, dass das frühere Siam der einzige Staat Südostasien ist, der im Laufe der Geschichte niemals von einem anderen Land annektiert oder kolonialisiert wurde. Insofern konnte Thailand im Unterschied zu anderen asiatischen Ländern seinen ursprünglichen Charakter behalten. Die thailändische Kultur ist vom Buddhismus geprägt, der gewissermaßen Staatsreligion und verbindendes Element fast aller Thais ist. Der Respekt vor den Älteren sowie Höher gestellten ist Kennzeichen des gesellschaftlichen Umgangs.
Thailand erstreckt sich südöstlich der letzten Ausläufer des Himalayas bis auf die malaiische Halbinsel, die den Pazifischen Ozean vom Indischen Ozean trennt. Es umschließt dabei, wie ihr auf der Karte sehen könnt, den Golf von Thailand. Die Form des Landes erinnert vage an den Kopf eines Elefanten, mit Südthailand als herunter baumelndem Rüssel – und gerade dieser wird als nationaler Glücksbringer angesehen.
Die Pflanzen- und Tierwelt in Thailand ist sehr artenreich. Im immer feucht warmen Süden findet man noch den ursprünglichen tropischen Regenwald. Dieser bietet unter anderem Lebensraum für viele Affenarten, Elefanten und Nashornvögel. Demgegenüber kennt der Norden Jahreszeiten und seine Flora ähnelt mit dem Monsuntrockenwald eher einem europäischen Mischwald. Durch Brandrodung und Abholzung geht der Bestand an Urwald leider dramatisch zurück.
In Thailand lassen sich im Wesentlichen vier topographische Zonen unterscheiden: Das fruchtbare Zentralthailand mit einer Vielzahl von Flüssen wird aufgrund seines Wasserreichtums hauptsächlich zum Anbau von Reis – als einem der Hauptexportprodukte sowie -nahrungsmittel der Einheimischen – verwendet. Der Norden ist das waldreichste Gebiet des Landes. Hier prägen ungezähmt wirkende Bergmassive – darunter der Doi Inthanon mit 2595 m als höchster Gipfel Thailands – die Landschaft. Das Sorgenkind Thailands ist der karge, nährstoffarme Nordosten (Issaan). Diese Region ist dichter besiedelt, aber ärmer als der Durchschnitt. Immer mehr Menschen wandern von hier auf der Suche nach industriellen Arbeitsplätzen nach Bangkok und in andere Städte ab. In der Südregion wechseln sich Berglandschaften, Regenwald und idyllische Inseln mit weißen Sandstränden ab.

 
Fläche:513 115 km² (1,44 × die Größe von Deutschland)

Grenzländer: Kambodscha, Laos, Malaysia, Myanmar

Einwohner: ~63 Mio. (0,75 × so viele wie Deutschland)

Hauptstadt: Bangkok (~12 Mio. Einwohner)

Amtssprache: Thai

Staats-/Regierungsform: Konstitutionelle Monarchie

Bevölkerung: 75 % Thaivölker (Siamesen, Shan, Lao), 14 % Chinesen, 11 % Sonstige

Religionen: 95 % Buddhisten, 3,8 % Muslime, 0,5 % Christen, 0,1 % Hindus, 0,6 % Sonstige

Klima: Tropisch (meist Temperaturen von 30 bis 35 °C mit einer sehr hohen Luftfeuchtigkeit)

Zeitzone: MEZ + 6 Stunden

 



Karte Kenia

Kenia

 Kenia erhielt seinen Namen vom höchsten Berg des Landes und zweithöchsten Berg Afrikas, dem Mount Kenya (~5200 m). Der ostafrikanische Staat, der als die »Wiege der Menschheit« gilt, besitzt im Südosten einen Küstenstreifen zum Indischen Ozean und im Westen einen kleinen Anteil am Viktoriasee. Er wird zudem von fünf afrikanischen Staaten begrenzt. Der Äquator teilt das Land in zwei annähernd gleich große Hälften. Zentral-Mittel-Kenia wird vom Rift Valley, einem Teil des Ostafrikanischen Grabenbruchs, durchzogen.

Fruchtbare Landstriche findet man vor allem entlang der Küste, und im Westen an den Ufern des Victoria-Sees. Das Landesinnere ist durch Savannen (v. a. im Süden) und Wüstenlandschaften (v. a. im Norden) sowie hohe Berge geprägt. Auch das Klima ist sehr verschieden in den einzelnen Landesteilen, an der Küste gibt es ozeanisches Klima, im Landesinneren ist es sehr trocken. Die Tier- und Pflanzenwelt Kenias ist sehr artenreich. Diese kann auf Safari-Touren durch zahlreiche Nationalparks entdeckt werden. Der größte Nationalpark Kenias ist der Tsavo Nationalpark. Der bekannteste Nationalpark ist allerdings der nördliche Ausläufer der Serengeti, die Masai Mara (formell kein Nationalpark, sondern ein Naturschutzgebiet). Hier kann man besonders während der Trockenzeit faszinierende Herdenwanderungen beobachten, bei denen meist der gesamte Horizont mit Abertausenden von Gnus und Zebras, aber auch Antilopen, Büffeln und Impalas übersät ist. In der Masai Mara hat man die besten Chancen die Big Five der Tierwelt – Elefanten, Nashörner, Löwen, Büffel und Leoparden – zu erspähen. Außergewöhnlich ist auch der Nationalpark in Nairobi, ein kleineres tierreiches Reservat, das nur durch einen Zaun von der Stadt getrennt wird.

Kenia ist ein Land, in dem es sehr viele verschiedene Bevölkerungsgruppen gibt, es leben dort um die 40 verschiedenen Ethnien, von denen die Kikuyu, die Luhya und die Luo die größten Bevölkerungsgruppen darstellen. Als Kenia 1920 zur britischen Kolonie wurde, siedelten die englischen Auswanderer, die durch das milde Klima im Hochland angezogen wurden, die Kikuyu um und nahmen deren Land ein. Nach Ende des Zweiten Weltkriegs kam es aufgrund des verbreiteten Unmuts gegen diese Enteignung zum gewalttätigen Mau-Mau-Aufstand: Von 1952 bis 1960 verübten die Aufständischen Anschläge auf Siedler und deren Besitz. Es kam zu regelrechten Massakern. Am 12. Dezember 1963 erlangte Kenia die Unabhängigkeit vom Vereinigten Königreich, 1964 wurde es zur Republik. Seitdem ist die Kontrolle des Staats zwischen politischen Parteien, die jeweils mit bestimmten Stammesvölkern verbündet sind, umstritten. Die Kikuyu mussten 1991 ihre Vorherrschaft zugunsten des Versuchs einer Mehrparteiendemokratie aufgeben.

Afrika mit Landesgrenzen – hervorgehoben: Tansania

 

Fläche:~583 000 km² (1,6 × die Größe von Deutschland)

Grenzländer: Sudan, Äthiopien, Somalia, Tansania, Uganda

Einwohner: ~41 Mio. (0,5 × so viele wie Deutschland)

Hauptstadt: Nairobi (~2,7 Mio. Einwohner; im Süden; eine der höchstgelegenen Hauptstädte und wichtigsten Metropolen Afrikas)

Amtssprache: (Ki-)Swahili und Englisch (daneben 62 Stammessprachen und Dialekte)

Staats-/Regierungsform: Präsidialrepublik (im Commonwealth)

Bevölkerung:99 % Schwarzafrikaner verschiedener Stämme (22 % Kikuyu, 14 % Luhya, 13 % Luo, 12 % Kalenjin, 11 % Kamba, 6 % Kisii, 6 % Meru, 15 % andere afrikanische Ethnien),
1 % nicht-afrikanische Ethnien (Asiaten, Europäer und Araber)

Religionen: ~78 % Christen (45 % Protestanten, 33 % Katholiken),
die Schätzungen an Moslems und Anhängern traditioneller Naturreligionen variieren stark

Klima: 2 Klimazonen: tropisch entlang der Küste und am Victoriasee, gemäßigt und trockener im Hochland (über 1800 m, u. a. Nairobi); Regenzeit von Oktober bis Dezember sowie April bis Juni

Zeitzone: MEZ + 2 Stunden

 

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